Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Ulmer informiert: EU geht gegen Real Madrid und FC Barcelona vor

Wettbewerbsverzerrung im europäischen Fußball nicht hinnehmbar

Auf dem Foto: Dr. Thomas Ulmer MdEP - Foto: Busse.

Die Europäische Kommission will wegen möglicher wettbewerbsrechtlicher Verstöße gegen eine Reihe von spanischen Fußballvereinen tätig werden. Darunter sind, neben Athletic Bilbao und CA Osasuna, mit Real Madrid und dem FC Barcelona die zwei umsatzstärksten Profiklubs der Welt. "Ich habe mich bereits im Mai 2012 an die Kommission gewandt, um diese auf die Wettbewerbsverzerrung im europäischen Fußball aufmerksam zu machen und bin froh, dass nun endlich entsprechende Schritte ergriffen werden. Die Schulden der ersten spanischen Liga haben die Milliardengrenze überschritten, der Finanzzustand des spanischen Fußballs ist desolat.

Ähnlich hoch verschuldete Unternehmen ohne eine gesunde finanzielle Basis wären in Deutschland schon längst gepfändet worden. Ein gemeinsamer Binnenmarkt beinhaltet einen freien Wettbewerb und wir dürfen es nicht zulassen, dass Unternehmen unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt sind", empört sich Dr. Thomas Ulmer, Europaabgeordneter der CDU Baden-Württemberg, der ehrenamtlich auch als Präsident des Regionalligavereins Spielvereinigung Neckarelz tätig ist.

Ein Vorgehen der Kommission gegen mögliche steuerliche Vorteile, undurchsichtige Grundstücksgeschäfte mit der Verwaltung und Kredite, für welche die Regionalregierung bürgt, begrüßt Ulmer: "Ein nicht unerheblicher Anteil dieser Schulden sind Steuerschulden, die der spanische Staat möglicherweise stunden, wenn nicht gar erlassen will. Dies würde für eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung zwischen den europäischen Fußballvereinen sorgen. Ob und wie die Steuerschulden zurückgezahlt werden ist längst nicht mehr Sache der Mitgliedstaaten, denn europäische Fußballvereine sind grenzüberschreitend tätig, sei es durch Spielertransfers oder dem Verkauf von Merchandisingprodukten. Fußball ist in Europa zu einem Milliardengeschäft geworden und die Europäische Kommission hat dafür Sorge zu tragen, dass die Regeln des fairen Wettbewerbs eingehalten werden."

Weiter äußerte sich Ulmer: "Ich komme aus einem Land, in dem das Steuerwesen sehr gut ausgeprägt ist und dabei nur ganz geringen Spielraum zulässt. Dies gilt selbstverständlich auch für unsere heimischen Fußballvereine. Mich betrifft die Sachlage nicht nur als pünktlicher Steuerzahler, sondern auch als Präsident eines deutschen Fußballvereins. Auf dem Spielfeld wird fair und mit gleichen Regeln gegeneinander angetreten, und wir müssen dafür Sorge tragen, dass dies auch abseits des Spielfeldes gilt."

--- Foto: © Busse

© Dr. Thomas Ulmer 2017