Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Pressemitteilungen 2008 von Dr. Thomas Ulmer MdEP

"Krumme Gurken" brauchen kein Gesetz

Der von der EU regulierte "Krümmungsgrad" einer Gurke hat in der Vergangenheit schon oft für die kritisierte Regulierungswut der EU-Kommission herhalten müssen. Nun sollen ab dem 1. Juli 2009 dem Kunden auch wieder krumme Gurken angeboten werden dürfen. Die EU-Kommission hat beschlossen, die Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse zu deregulieren.

Dr. Thomas Ulmer, Experte im Ausschuss für Verbraucherschutz, begrüßt diese Maßnahme: "Hier zeigt die Kommission endlich einmal konkret Initiative in der vom Parlament geforderten Deregulierung. Die Vereinfachung und Entbürokratisierung hatte das Parlament in diesem Bereich schon lange gefordert und war längst überfällig."

Zur Begründung hatte die Kommission angeführt, dass es vor dem Hintergrund steigender Nahrungsmittelpreise und allgemeiner wirtschaftlicher Schwierigkeiten kontraproduktiv sei, wenn einwandfreies Obst und Gemüse beispielsweise allein aufgrund als fehlerhaft definierter Form nicht angeboten werden könne.

Die Meinungen in der Wirtschaft über diese Initiative sind allerdings gespalten: Während so mancher Discounter die Deregulierung sogar bedauert, da sich genormtes "schönes" Obst einfach besser verkaufe, begrüßt der HDE die Maßnahme. Nach dessen Meinung solle man endlich aufhören, die Verbraucher und die Öffentlichkeit mit dem angeblich drohenden Chaos im Supermarkt zu beunruhigen. Die Kunden könnten sicher sein, weiter gute Ware bei noch größerer Vielfalt im Angebot zu finden. Auch für die Bauern bringe die Deregulierung keine Schwierigkeiten, da sie nicht zu anderen Anbaumethoden gezwungen werden.

Für 26 Obst- und Gemüsesorten werden die EU-Vermarktungsnormen aufgehoben, darunter Rosenkohl, Möhren, Gurken, Knoblauch und Kirschen. Allerdings werden für zehn Sorten mit hoher Marktbedeutung, wie Äpfel, Orangen, Blattsalate und Tomaten, die Normen aufrechterhalten.

© Dr. Thomas Ulmer 2017