Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Pressemitteilungen 2008 von Dr. Thomas Ulmer MdEP

Geplante Lockerung des Werbeverbots für Arzneimittel: Heftige Kritik im Parlament - Dr. Thomas Ulmer MdEP: "Verheugen-Ideen können zu mehr Nebenwirkungen und größeren Kosten führen"

Die Überlegungen des Industrie-Kommissars Günter Verheugen, das Werbeverbot für verschreibungspflichtige Medikamente zu lockern, stoßen auf massive Bedenken bei den Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Auch vonseiten der Ärzteverbände, Apotheker, Krankenkassen und Sachverständigen wurden kritische Stimmen laut. "Die Ideen von Herrn Verheugen können zur vermehrten Verschreibung von teuren und nebenwirkungsreichen Medikamenten führen. Daher ist hier Vorsicht geboten,“ warnt der CDU-Europaabgeordnete und Arzt Dr. Thomas Ulmer.

Verheugen war zwar im Oktober von den anderen Kommissaren bei seinen Überlegungen gebremst worden, im Kern hält er aber weiterhin an den Vorschlägen fest. Er plant, die Patienteninformationen nicht nur im Internet und auf Anfrage, sondern unter anderem auch in den Printmedien zuzulassen. Andere Kommissare, darunter vor allem die Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou, haben massive Bedenken geäußert und verlangen eine Vorabgenehmigung der Information und ein Verzicht auf die Veröffentlichung in Printmedien.

"Wenn es um sachgerechte und unabhängige Informationen geht, die der Patient von sich aus bei der Industrie nachfragt, kann ich mir eine Lockerung der bisherigen Regeln durchaus vorstellen. Diesen sogenannten Pull-Effekt würde ich durchaus unterstützen", bestätigt der nordbadische Abgeordnete. So sei es beispielsweise sinnvoll, dass man Beipackzettel im Internet veröffentlicht sowie eine für den Patienten leichter verständliche Übersetzung, die vorab von den Behörden genehmigt wurde.

"Die Grenze zwischen Werbung und Information ist allerdings fließend und schwer festzulegen. Deshalb sollte man hier sehr streng kontrollieren. Eine ex-post Kontrolle wird möglicherweise ins Leere laufen", befürchtet Ulmer.

© Dr. Thomas Ulmer 2017