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Pressemitteilungen 2008 von Dr. Thomas Ulmer MdEP

Neue Roaming-Verordnung soll SMS-Preise bremsen

Mobiler Datentransfer auf das Handy oder den Laptop sind heutzutage nichts Ungewöhnliches. Während die Preise für solche Dienste zu Hause noch im Rahmen bleiben, erlebt man als Reisender innerhalb der EU eine böse Überraschung, wenn man seine Telefonrechnung nach dem Urlaub in den Händen hält. Die Europäische Union will dies jetzt ändern.

Die Gebühren für das Senden von Textnachrichten und das Herunterladen von Daten über das Mobiltelefon im Ausland (SMS- und Daten-Roaming) werden bald günstiger. "Das Versenden von SMS aus dem Ausland ist immer noch unverhältnismäßig teuer. Die Politik wird jetzt Obergrenzen einziehen", sagte die Vorsitzende des Industrieausschusses des Europaparlaments, Angelika Niebler (CSU).

Die neue Verordnung soll bis 2013 gelten. Die Kommission will die Endkundenpreise für aus dem Ausland versandte Textnachrichten auf 11 Cent begrenzen. Im Schnitt kostet eine Auslands-SMS heute noch 29 Cent, teilweise sogar bis zu 80 Cent. Die vier Branchengrößen T-Mobile, Orange, Vodafone und Telefónica lehnen die Pläne kategorisch ab und ließen sogar ein Ultimatum zur Senkung der SMS- und Datenpreise verstreichen.

"Die Aufschläge sind mit den tatsächlich anfallenden Kosten in keinster Weise begründbar. Wir müssen auf ein realistisches Niveau runter", sagte die CSU-Europaabgeordnete Niebler.

Auch die Obergrenzen für Mobilfunkgespräche im EU-Ausland sollen weiter gesenkt werden. Bis 2012 ist ein Minutenpreis von 34 Cent für selbst getätigte Anrufe und 10 Cent für angenommene Anrufe angestrebt. Derzeit liegen die Limits bei 46 und 22 Cent. Als Neuerung soll künftig eine sekundengenaue Abrechnung erfolgen. "Nur so können wir gewährleisten, dass man künftig nur das zahlt, was man auch tatsächlich genutzt hat.

Diese Art der Abrechnung ist in Deutschland längst Standard und das muss auch beim Roaming zutreffen", erklärt Dr. Thomas Ulmer. "Der Verbraucher sollte meiner Meinung nach für SMS oder beim Surfen im Internet im EU-Ausland nicht mehr zahlen als zu Hause", kommentiert der nordbadische CDU-Politiker.

Für das Daten-Roaming will die Kommission eine Obergrenze von einem Euro pro Megabyte (MB)einführen. Bisher sind teilweise Preise von bis zu zehn Euro pro MB fällig. Ein Kunde habe nach dem Herunterladen einer Fernsehsendung im Ausland eine Rechnung von 40.000 Euro erhalten, sagte die Kommissarin für Telekommunikation, Viviane Reding.

Die neue Verordnung soll am 1. Juli 2009 in Kraft treten. Über die Details wird noch diskutiert, aber die Vorschläge der Kommission werden im Interesse der Mobilfunknutzer vom Parlament unterstützt.

© Dr. Thomas Ulmer 2017