Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Pressemitteilungen 2008 von Dr. Thomas Ulmer MdEP

Maßnahmen zur Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas dringend erforderlich

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind mehr als 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Europa fettleibig oder übergewichtig. Bei den Kindern sind es 5 Millionen, die fettleibig sind und 22 Millionen, die an Übergewicht leiden.

"Es ist von immenser Bedeutung, dass wir den Trend der letzten dreißig Jahre stoppen", warnt Dr. Thomas Ulmer. "Übergewicht und Adipositas führen zu chronischen Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall, Krebs und vielem mehr. Das wirkt sich langfristig negativ auf die Lebenserwartung in der EU aus und beeinträchtigt somit die Lebensqualität vieler Menschen," führt der nordbadische Politiker weiter aus.

Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen fordert der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit vielfältige Maßnahmen, um das Problem zu bewältigen. Diese wurden in einem "Weißbuch zu Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa" formuliert, über das in dieser Woche im Plenum abgestimmt wurde.

Gefordert wird unter anderem, dass an den Schulen Maßnahmen zu mehr körperlicher Bewegung und ausgewogener Ernährung ergriffen werden. "Ich plädiere für mindestens drei Stunden Schulsport pro Woche sowie Verkaufsautomaten mit gesunden Lebensmitteln", erklärt Dr. Thomas Ulmer, Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI).

"Die EU-Politik muss in Zukunft stärker auf die Qualität von Lebensmitteln ausgerichtet sein. Nur so können wir zu einem hohen Gesundheitsstand und gleichzeitig zur Eindämmung von Fettsucht beitragen", betont Dr. Ulmer.

Auch private Unternehmen sollen in Zukunft stärker in die Pflicht genommen werden und einen Beitrag zur Verringerung der Adipositas leisten, indem sie gesündere Produkte auf den Markt bringen. Außerdem sollen sie die Kennzeichnung verbessern und somit dem Verbraucher die Kaufentscheidung erleichtern.

Des Weiteren fordert der ENVI-Ausschuss werbefreie Sendungen und Beschränkungen für Werbespots für ungesunde Lebensmittel. Auf diese Weise sollen vor allem Kinder geschützt werden, die schon in frühen Jahren sehr leicht von den Medien beeinflusst werden.

Die EVP-Fraktion befürwortet die meisten der vorgeschlagenen Maßnahmen, lehnt jedoch ein völliges Verbot bestimmter Arten von Nahrungsmittelwerbung in Schulen sowie die Entwicklung europäischer Indikatoren wie des Taillenumfangs als Risikofaktor für Adipositas ab. Letztlich ist es gelungen, die Verantwortung des Einzelnen für seine Ernährung und körperliche Bewegung zu betonen.

"Natürlich ist Übergewicht ein wachsendes Problem in der EU. Ich bezweifle aber, dass man mit gesetzlichen Maßnahmen erfolgreich dagegen angehen kann. Insbesondere Kinder sollten durch körperliche Aktivität, gute Spiel- und Freizeitmöglichkeiten in ihrem Lebensumfeld und besseres Kantinenessen an Schulen vor Faktoren, die Übergewicht fördern können, geschützt werden. Eine staatliche Werbezensur und die Überwachung der Zusammensetzung von Lebensmitteln sind aber mit Sicherheit die falschen Instrumente", sagte die CDU-Europaabgeordnete Renate Sommer, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit.

© Dr. Thomas Ulmer 2017