Dr. Thomas Ulmer MdEP
  • Schrift vergrößern
  • Schrift vergrößern
  • Standard wiederherstellen
  • Schrift verkleinern
  • Schrift verkleinern

"Galileo" auf dem Weg ins All

Ursprünglich sollte das europäische Statellitennavigationssystem Galileo bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Problematisch gestaltete sich allerdings die Finanzierung. Jetzt ist aber sicher: 2013 soll das System seine Arbeit aufnehmen. Die Verkehsminister konnten sich auf die Auftragsvergabe des 3,4 Milliarden Euro teuren Projekts verständigen. Die Kommission hatte Druck gemacht, schließlich galt es, Europas größtes Technologieprojekt auf den Weg zu bringen.

Auch Dr. Thomas Ulmer, Abgeordneter im Europäischen Parlament, betonte: "Galileo bringt für Europa in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert: Sowohl das Militär als auch der normale Bürger kann im Alltag von Galileo profitieren. Wir schaffen eine hochmoderne Konkurrenz zum amerikanischen GPS."

Bis Ende 2007 gab man den Mitgliedsstaaten Zeit, sich auf die Finanzierung von Galileo zu verständigen. Am 30. November 2007 war es endlich soweit. Mit Ausnahme Spaniens, das darauf gehofft hatte, eines der Bodenkontrollzentren errichten zu können, befürworteten 26 der 27 Mitgliedsstaaten einen Plan der Kommission zu einer wettbewerbsfähigen Auftragsvergabe.

Dieser Plan sieht im Einzelnen vor, dass für Galileo sechs verschiedene Bauabschnitte bestimmt werden. Pro Unternehmen sollen höchstens zwei Hauptaufträge für diese Segmente vergeben werden.

Wenige Tage zuvor hatten die Finanzminister der EU entschieden, die zusätzlichen 2,4 Milliarden Euro, die für die Verwirklichung von Galileo notwendig sind, aus dem gemeinsamen Haushalt zu finanzieren.

Über den Weg einer Neuausschreibung konnten letztlich die Differenzen in der Frage der Finanzierung beiseite geräumt werden. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sprach von einem Durchbruch für das Vorhaben Galileo und gleichzeitig von knallharter Industriepolitik. Auf den Betrieb einer Kontrollstation und den Satellitenbau werden sich die zum deutsch-französischen Raumfahrtkonzern EADS zählende Astrium und das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB bewerben.

Astrium sei für die Aufträge "sehr gut aufgestellt", sagte Tiefensee, und habe beste Chancen, den Zuschlag für die Ausstattung des Bodenkontrollzentrums in Oberpfaffenhofen davonzutragen. Deutschland sei "mit EADS Astrium im Space Sektor und bei der Ground Control nicht schlagbar."

© Dr. Thomas Ulmer 2017