Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Verleihung des Sacharow-Preises 2007 an Salih Mahmoud Mohamad Osman

Der "Sacharow-Preis für geistige Freiheit", der in jedem Jahr vom Europaparlament in Straßburg verliehen wird, wurde in diesen Tagen vom Präsident des Parlaments, Hans-Gert Pöttering, an den sudanesischen Menschenrechtsanwalt Salih Mahmoud Mohamed Osman verliehen. Vor einem bis auf den letzten Platz besetzten Plenarsaal sprach Osman über das Grauen, das in Darfur stattfinde und die Notwendigkeit eines Einsatzes der internationalen Gemeinschaft, auch gegen die Wünsche der sudanesischen Regierung, erforderlich mache.

In seiner Rede berichtete Osman: "Ich wurde in Darfur geboren. Wegen meiner Arbeit wurde ich zum Opfer von Gefangenschaft und Folter." Seine Arbeit dort beschrieb er wie folgt: "Viele Jahre lang habe ich tausende von Menschen vertreten, die meine Hilfe vor den Gerichten gebraucht haben. Ich habe tausende Menschen gesehen, die gefoltert wurden. Ich habe die vier Millionen gesehen, die gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen."

Der UN-Sicherheitsrat hatte bereits mehrere Resolutionen Darfur betreffend verabschiedet, doch keine wurde wirksam angewendet.

"Die Opfer sind enttäuscht", so Osman. "Sie warten darauf, von Euch zu hören, von den Menschen in Europa. Eure Regierungsoberhäupter haben hart mit der sudanesischen Regierung in Darfur über diese Politik gesprochen. Aber bisher haben wir keine wirklich konkreten Schritte gesehen."

In seinen einleitenden Worten betonte Pöttering, dass Osman einstimmig von der Konferenz der Präsidenten zum Gewinner des diesjährigen Sacharow-Preises erklärt worden war. In einem überwiegend moslemischen Land sei er einer der wenigen Männer, die sich derart aktiv für die Verteidigung der Rechte der Frauen und insbesondere für die Anerkennung eines Rechts auf Entschädigung der Opfer von sexueller Gewalt einsetzen, so Pöttering.

Zudem setze sich Osman Tag für Tag dafür ein, dass die für Kriegsverbrechen verantwortlichen Personen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene zur Rechenschaft gezogen werden.

Seine Arbeit beschränke sich jedoch nicht nur auf den Rechtsbeistand. "Als Mitglied der Opposition im sudanesischen Parlament seit 2005 zögert Osman auch nicht, seine Überzeugungen auf der politischen Bühne seines Landes zu vertreten und an einer echten Reform des Rechtssystems mitzuwirken", unterstrich Pöttering.

© Dr. Thomas Ulmer 2017