Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Die EU in der Rolle des "Klimadiplomaten"

Die EU zeigt sich ehrgeizig. Zu Beginn der Weltklimakonferenz auf der indonesischen Insel Bali hat sie das Ziel ausgegeben, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2050 weltweit um 50 Prozent zu verringern. Das bedeutet: Die Industriestaaten müssten noch weit mehr reduzieren, Experten gehen dabei von bis zu 80 Prozent CO2-Minderung bis 2050 aus - eine neue technologische Revolution.

Dieses ehrgeizige Reduktionsziel ist notwendig, denn die Schwellenländer brauchen eine Zeit lang Zugeständnisse beim CO2-Ausstoß, sonst kommen sie nicht ins Boot. Insbesondere Indien und China hatten sich beschwert, dass die globalen Klimaschutzziele ihr Wachstum bremsen würden.

Hierzu hat die Kommission deutlich gemacht, dass auch die Schwellen- und Entwicklungsländer ein Recht auf Wachstum haben. Die damit verbundene Steigerungskurve bei den CO2-Emissionen muss dabei möglichst niedrig bleiben. Hier sind wir aber auf mehr Technologie angewiesen.

Daraus ergeben sich auch wiederum neue Märkte. Die Konjunktur auf dem Umweltmarkt lockt, der Klimawandel wird zum Geschäft.

"Beim Vorstoß in eine kohlenstoffarme Wirtschaft ist die EU führend. Aber bis die Länder, die diese Technik am dringendsten brauchen, sie auch kaufen können, ist es ein sehr langer Weg", betonte Dr. Thomas Ulmer, Mitglied im nichtständigen Ausschuss für Klimawandel im Europäischen Parlament.

Die Einbindung der Schwellen- und Entwicklungsländer zählt zu den wichtigsten Diskussionspunkten in Bali. Sicher ist, dass das Vorhaben der neuen australischen Regierung, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren, den klimapolitischen Ambitionen Europas einen Schub nach vorne verleihen wird.

Gelingt es dazu noch, China und Indien konkrete Zusagen abzuringen, kann vielleicht auch Washington überzeugt werden. Bali wird den Verhandlungsfahrplan bis zu einem Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls abstecken.

© Dr. Thomas Ulmer 2017