Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Europa soll rauchfrei werden - Dr. Thomas Ulmer MdEP begrüßt Entscheidung des Straßburger Plenums

Jährlich sterben in der EU mindestens 650.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, darunter allein 80.000 an Passivrauchen. Das Europäische Parlament fordet daher "innerhalb von zwei Jahren ein uneingeschränktes Rauchverbot in sämtlichen geschlossenen Arbeitsstätten, einschliesslich der Gastronomie" einzuführen. "Es ist erwiesen, dass ein deutlich erhöhtes Risiko (ca. 50%) für Lungenkrebs generell oder am Arbeitsplatz besteht", so der Europaabgeordnete und Mediziner Dr. Thomas Ulmer am Rande des Straßburger Plenums.

Allein in Deutschland sterben täglich 350 Menschen an den Folgen des Tabakgenusses. "Es ist deshalb nötig, seriöse und strikte Regeln auszuarbeiten. Aus diesem Grund fordern wir die EU-Kommission auf, bis 2011 einen Vorschlag für die Regelung des Nichtraucherschutzes zu erarbeiten", so Ulmer.

Gleichzeitig müsse die Kommission ein EU-weites Verbot des Tabakkonsums in Anwesenheit von Minderjährigen in privaten Verkehsmitteln beziehungsweise ein EU-weites Verkaufsverbot von Tabakerzeugnissen an Jugendliche unter 18 Jahren prüfen.

Zigarettenautomaten dürften, so die Entscheidung des Plenums, auch nur dann aufgestellt werden, wenn sie für Minderjährige unzugänglich gemacht werden.

Zudem müssten Präventivmaßnahmen, ein Verbot der Internetwerbung für Tabakprodukte und Antirauch-Kampagnen für Heranwachsende gefördert werden.

Auf öffentlichen Spielplätzen sollen die Mitgliedsstaaten innerhalb von zwei Jahren das Rauchen verbieten.

"Jeder Mitgliedsstaat ist aufgefordert, dem Kauf von Tabakerzeugnissen nicht länger durch Beibehaltung niedriger Steuersätze Vorschub zu leisten", erläutert Ulmer die geplanten Massmahmen.

Zudem soll bis 2008 die Änderung der "Tabakprodukterichtlinie" vorgenommen werden und damit ein Verbot aller bereits bekannten Zusatzstoffe, die krebserzeugend, erbgutverändernd und die Nachkommenschaft schädigend sind, vorgenommen werden.

"Die Bekämpfung des Tabakkonsums muss von allen Mitgliedsstaaten als wichtigste Priorität in die gesundheits- und entwicklungspolitische Arbeit einbezogen werden", so Ulmer abschließend.

© Dr. Thomas Ulmer 2017