Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Einzigartige Erfolgsgeschichte darf nicht enden: Europaabgeordneter Dr. Ulmer unterstützt JVA Adelsheim

Ein eher ungewöhnlicher Besuch dürfte es für Dr. Thomas Ulmer MdEP gewesen sein, als ihm am Donnerstagabend die Tore der JVA Adelsheim geöffnet wurden. Auf Einladung des Anstaltsbeirats der JVA Adelsheim begab sich das Mitglied des Europaparlaments freiwillig in die zentrale Jugendvollzugsanstalt Baden-Württembergs, um ein vom Europäischen Sozialfond gefördertes Projekt vorgestellt zu bekommen. ISAB (Integration junger Strafgefangener in Arbeits- und Berufswelt) heißt das seit Februar letzten Jahres in der JVA Adelsheim angesiedelte Projekt, das in Trägerschaft des Berufsfortbildungswerks (bfw) und unter dem Dach des vollzuglichen Arbeitswesens (VAW) mit bislang einzigartigen Erfolgen Anstaltsleiter Dr. Joachim Walter und VAW-Geschäftsführer Dirk Schwenk erfreut.

Damit diese Erfolge nicht zum Ablauf der bisherigen Förderperiode am 31.12.2007 enden, stellte Projektleiterin Aleit Fladausch-Rödel dem Abgeordneten und den Anstaltsbeiräten Lydia Klosowski, Brigitte Bernhardt, Johannes Geier und Bürgermeister Klaus Gramlich ihre Arbeit vor. Fladausch-Rödel erläuterte, dass sich die berufliche und soziale Integration von Jugendstrafgefangenen nach deren Entlassung, insbesondere nach Absolvierung längerer Haftstrafen, oft sehr schwierig gestalte. Nach Haftende stünden die Jugendlichen und Heranwachsenden einer Fülle von Anforderungen gegenüber, denen sie alleine oft nicht gewachsen seien. Eine besondere Problematik zeige sich bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche aus der Haftsituation heraus. Hier setze das Modellprojekt ISAB an und stelle Verbindungen beziehunsgweise Übergänge nach "draußen", in die Arbeitswelt und zu deren sozialen Strukturen, her.

Dazu habe ISAB in der JVA Adelsheim eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die den Jugendstrafgefangenen schon während der letzten Haftphase, aber auch danach, individuelle und institutionelle Förderung biete und die Verbindung zwischen dem Vollzug und dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt herstelle. Dort wo der Strafvollzug ende - unmittelbar mit Verlassen der Justizvollzugsanstalt - setze das Projekt seine Arbeit in der Nachbetreuung fort und begleite somit den schwierigen Übergang in die Freiheit.

Gerade hier zeige die Praxis, so Fladausch-Rödel, wie wichtig für den entlassenen Jugendlichen aber auch für die Firmen ein Ansprechpartner sei, der bei ersten Anzeichen von Problemen eingreifen und helfen könne.

Mit 203 Projektteilnehmern im abgelaufenen Jahr und einer Vermittlungsquote von 65% sei das Projekt ein einzigartiger Erfolg, so Dr. Walter, der anhand von Statistiken die Wirksamkeit des Projektes auch hinsichtlich der Rückfallquote untermauerte.

Dr. Ulmer zeigte sich vom Projekt und der aufgezeigten Effektivität beeindruckt und sicherte seine Unterstützung bei der anstehenden Realisierung des neuen, erweiterten Projektmodells zu. Es müsse vermieden werden - so die einhellige Meinung aller Beteiligten - dass starre Genehmigungsbürokratie zu einer Unterbrechung der notwendigen Arbeit gerade im entlassungsintensiven Zeitraum vor dem Jahresende führe.

Um diese Gefahr zu begegnen wurden Überlegungen angestellt, wie diese Übergangsphase finanziell abgesichert werden könne. Dr. Ulmer erklärte dazu im Sozialministerium vorstellig zu werden und sich für Fortsetzung und Ausbau des Projekts in den europäischen Gremien einzusetzen.

© Dr. Thomas Ulmer 2017