Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Verbraucherschützer mobilisieren gegen Telefonwerbung

Nach einer Schätzung der Gesellschaft für Konsumforschung gibt es täglich etwa 900.000 unerwünschte Anrufe von Call-Centern. Dabei gehen die Unternehmen zudem unglaublich penetrant vor: So wurde zum Beispiel von einem 82 Jahre alten Mann berichtet, der 50 Anrufe erhielt, dabei aber nie "Nein" sagen konnte und dessen Kaufverpflichtungen die Tochter inzwischen mit 150.000 Euro bezifferte.

Aufgrund dieses Ausmaßes fordern nun die Verbraucherzentralen: Kaufverträge bei unerwünschter Telefonwerbung sollten erst dann gültig werden, wenn sie in schriftlicher Form bestätigt wurden.

Seit drei Jahren ist nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) Telefonmarketing nur dann erlaubt, wenn der Kunde vorher mit diesem "cold call" einverstanden ist. Trotzdem werden bei solchen Telefonaten geschlossene Verträge wirksam, wenn nicht innerhalb einer zweiwöchigen Frist Einspruch erhoben wurde.

Auch der CDU-Experte im Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz im Europäischen Parlament, Dr. Thomas Ulmer, sieht insbesondere ältere Menschen gefährdet, sich durch solche unerwünschten Telefonanrufe (meist unbewusst) hoch zu verschulden.

In Zusammenhang mit der Forderung nach einer schärferen gesetzlichen Regelung verweist der Bundesverband der Verbraucherzentralen auf eine Forsa-Umfrage: Danach unterstützen 98 Prozent die Forderung nach einer Unwirksamkeit der Verträge, wenn diese nicht schriftlich bestätigt wurden. 86 Prozent der Befragten fühlen sich durch Werbeanrufe belästigt, jeder Zweite ist der Ansicht, dass die Zahl der Werbeanrufe zugenommen hat. Diese Vermutung wurde bestätigt. Man schätzt, dass die rund 5500 Call- Center Ende 2007 bereits 420.000 Mitarbeiter haben werden. Die Branche wächst schnell.

Wegen ihres schlechten Images wollen die Unternehmen nun jedoch eine Art "Ehrenkodex" schaffen und 2008 eine Beschwerdestelle einrichten - man darf sich also auf ein neues Call-Center und die zu erwartende Warteschleife in der Beschwerdestelle freuen. Doch die Hoffnung stirbt ja bekannterweise zuletzt.

© Dr. Thomas Ulmer 2017