Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Illegale Wildvogelimporte auf dem Vormarsch? - Dr. Ulmer: Keine stichhaltige Begründung der Kommission

Dr. Thomas Ulmer MdEP zeigt sich enttäuscht, dass sich die Europäische Kommission bei den Importregeln für Wildvögel nicht um eine klare Linie bemüht. "Man muss die Betroffenen entweder überzeugen oder ihre Argumente besser gewichten", so Dr. Ulmer zu einer Auskunft der Europäischen Kommission, die wenig Neues zu den Folgen des Importverbots für Wildvögel in sich trägt.

Hintergrund von Ulmers Anfrage ist die Überlegung, welchen praktischen Nutzen ein solches Verbot denn mit sich bringen kann. In den betroffenen Branchen wird derzeit ein Ansteigen von illegalen Importen sowie kaum noch nachvollziehbare Übertragungswege von Krankheiten befürchtet. In der Tat sind die seit 1. Juli 2007 geltenden neuen Einfuhrregeln für Wildvögel einigermaßen undurchsichtig: "In Gefangenschaft gezüchtete Wildvögel aus Drittländern dürfen gemäß der Verordnung weiterhin eingeführt werden", erklärt Dr. Thomas Ulmer. Man strafe nur diejenigen, die legale Importe unter den in Deutschland eng gefassten Vorschriften durchführten.

Außerdem glaubt Ulmer, dass dieses Importverbot kein wirksames Instrument gegen das Asiatische Vogelgrippenvirus H5N1 darstellt. "So wie die Verordnung letzlich gestrickt ist, wird lediglich ein großes Durcheinander verursacht, das einem Missbrauch Tür und Tor öffnet", so Ulmer.

Dr. Ulmer zeigt sich gegenüber strengen Einfuhrvorschriften für Tiere grundsätzlich offen. Allerdings sollten diese unter Berücksichtigung der Praxiserfahrungen in den entsprechenden Branchen erarbeitet werden. Vor allem dürften seriöse Zoohändler nicht das Nachsehen haben, während illegale Geschäftemacher noch belohnt werden.

© Dr. Thomas Ulmer 2017