Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Verbot von quecksilberhaltigen Fieberthermometern - Europäisches Parlament verabschiedet Richtlinie zur "Beschränkung des Inverkehrbringens gewisser quecksilberhaltiger Messinstrumente"

In Zukunft darf Quecksilber in Fieberthermometern sowie in anderen zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmten Messinstrumenten wie Barometern oder Blutdruckmessgeräten nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

"Quecksilber ist ein persistenter Stoff und kann sich in der Umwelt zu Methylquecksilber umwandeln. Diese Verbindung hat die stärksten toxischen Wirkungen und wird vor allem über die Nahrungskette aufgenommen", so der Mediziner und Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer.

Die Mitgliedsstaaten müssen die neue Richtlinie 18 Monate nach ihrem Inkrafttreten anwenden. Das Verbot erstreckt sich nur auf das Inverkehrbringen neuer Messinstrumente und gilt daher nicht für Geräte, die bereits in Verwendung sind oder gebraucht verkauft werden.

Ausnahmen gelten für den Handel und die Einfuhr von quecksilberhaltigen Messinstrumenten, die bei Inkrafttreten der Richtlinie älter als 50 Jahre sind, da diese als Antiquitäten oder Kulturgüter zu betrachten sind. Hierzu erläuterte Ulmer, der sich auf europäischer Ebene für dieses Verbot engagiert hat: "Dieser Handel ist von begrenztem Ausmaß, bringt vermutlich keine Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt mit sich und sollte daher nicht eingeschränkt werden".

Für nicht zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmte Barometer ist eine befristete Ausnahme von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie vorgesehen.

„Quecksilberhaltige Barometer werden heute nur noch von wenigen kleinen spezialisierten Unternehmen hergestellt und der breiten Öffentlichkeit vorwiegend als Dekorationsgegenstände verkauft. Die Übergangsfrist dient dazu, den Herstellern zu ermöglichen, sich an die neuen Beschränkungen anzupassen und die Herstellung auf quecksilberfreie Barometer umzustellen", so Ulmer nach der Abstimmung.

Um die Freisetzung von Quecksilber in die Umwelt möglichst gering zu halten, werden alle verbleibenden quecksilberhaltigen Messinstrumente für gewerbliche und industrielle Verwendungszwecke, insbesondere Blutdruckmessgeräte, allmählich aus dem Verkehr genommen.

Die Kommission wird aufgefordert, innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Richtlinie zu prüfen, ob zuverlässige, technisch und wirtschaftlich durchführbare und weniger bedenkliche Alternativen verfügbar sind.

"Im Fall der Blutdruckmessgeräte müssen Fachleute aus dem Bereich der Medizin konsultiert werden, um sicherzustellen, dass die Anforderungen an Diagnose und Behandlung bestimmter Krankheiten angemessen erfüllt werden", sagte Ulmer abschließend.

© Dr. Thomas Ulmer 2017