Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Europas Frauen wünschen sich mehr Kinder / Zusammenhang zwischen Chancengleichheit und Geburtenrate

In allen EU-Staaten hätten Frauen gerne mehr Kinder, entscheiden sich aber angesichts schlechter Bedingungen und mangelnder staatlicher Unterstützung oft dagegen. Mit diesem Umfrageergebnis hat die Europäische Kommission in diesen Tagen ihre Forderung nach einer besseren Gleichstellung untermauert.

Die Behörde legte ihre Strategie zur "Solidarität zwischen den Generationen" vor, die einen direkten Zusammenhang von Chancengleichheit und Geburtenrate aufzeigt.

Ein Vergleich der EU-Staaten zeige, welche Schritte sowohl die Geburtenrate als auch die Beschäftigungsquote von Frauen erhöhen könnten: Ein höheres Niveau erreichten in der Regel jene Länder, die eine allgemeine Politik der Gleichstellung von Männern und Frauen verfolgen.

Dazu gehört ein System von Hilfen und das Recht auf Elternurlaub für Väter wie Mütter. Weitere Faktoren sind Investitionen in die Qualität der Kinderbetreuung und die Entwicklung einer flexiblen Gestaltung der Arbeitszeiten für die Eltern, heißt es in dem Kommissionspapier.

Auch Dr. Thomas Ulmer MdEP, Mitglied im Ausschuss für Soziales, betont die Bedeutung von Sachleistungen:

Das französische System sei weit voraus: Sachleistungen statt Finanzhilfen - letztere kommen oft nicht einmal den Kindern zugute.

Deutschland gehört nach wie vor zu den EU-Staaten mit dem geringsten Betreuungsangebot für Kleinkinder. Im Jahr 2005 gab es in Deutschland nur für acht Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Hortplatz. In Dänemark hingegen gab es für 60 Prozent der Kleinen eine Betreuung von mehr als 30 Stunden pro Woche. Dänische Frauen sind zu etwa 80 Prozent berufstätig und haben statistisch im Durchschnitt 1,8 Kinder. Deutsche Frauen haben seltener eine bezahlte Arbeit und bekommen im statistischen Durchschnitt nur etwa 1,4 Kinder.

© Dr. Thomas Ulmer 2017