Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Europaabgeordnete aus fünf Parteien gegen Aufweichung des Embryonenschutzes in Deutschland - Dr. Ulmer sieht das europäische Gesetz als Vorbild für viele Länder

Europaabgeordnete aus fünf Parteien (CDU/CSU, SPD, Linkspartei und GRÜNE) haben sich in einem "Offenen Brief" an ihre Kolleginnen und Kollegen im Deutschen Bundestag gewandt und vor einer Lockerung des deutschen Stammzellimportgesetzes und des Embryonenschutzgesetzes gewarnt.

"Den Aufruf haben 55 von 99 deutschen Europaabgeordneten und somit eine Mehrheit unterzeichnet", sagte der Mediziner und Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer.

Die Europaabgeordneten betonen, dass die Entscheidung über ethische Grenzen in der Forschung alleine vom nationalen Parlament getroffen werden muss. Da aber die europäische Situation sehr häufig als Grund für einen nderungsbedarf in Deutschland gesehen wird, betonen die Abgeordneten, dass auch aus europäischer Sicht vieles für strenge Regelungen spreche.

So sei eine "verbrauchende Embryonenforschung" nicht nur in Deutschland, sondern auch in neun anderen europäischen Staaten illegal.

"Es ist zwar im 7. Forschungs-rahmenprogramm (FRP) nicht möglich gewesen, eine europaweite Stichtagsregelung durchzusetzen, dennoch ist keine neue Situation entstanden.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden Projekte durch die EU-Kommission gefördert, die in Deutschland nicht legal sind", erläuterte Ulmer den Hintergrund.

Auch die sachlichen Argumente, die gegen das jetzt gültige Stammzellimportgesetz vorgetragen werden, sind nicht so überzeugend, dass die ethischen Erwägungen für das Gesetz irrelevant würden.

Schon vor der Verabschiedung des deutschen Gesetzes ist immer wieder das Argument vorgetragen worden, dass die bestehenden Stammzellen weniger gut geeignet sind als eventuelle neue Stammzellen. Bisher ist aber auch die embryonale Stammzellforschung in Ländern mit einer sehr liberalen Regelung wie beispielsweise Großbritannien, China und Südkorea, den Beweis schuldig geblieben, dass es konkrete therapeutische Fortschritte gibt.

"Im Gegensatz dazu werden heute schon sehr viele Patienten mithilfe von adulten Stammzellen sehr erfolgreich behandelt", so der Mediziner Dr. Thomas Ulmer abschließend.

© Dr. Thomas Ulmer 2017