Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Verbot von Quecksilber

Das Europäische Parlament hat in Erster Lesungdas zukünftige Inverkehrbringen von Quecksilber in Fieberthermometern und "anderen, zum Verkauf an die breite Öffentlichkeit bestimmten Messinstrumenten", wie z.B. Manometern und Blutdruckmessgeräten verboten werden. "Quecksilber ist ein persistenter Stoff und kann sich in der Umwelt zu Methylquecksilber umwandeln. Diese Verbindung hat die stärksten toxischen Wirkungen und wird über die Nahrungskette aufgenommen.Bevölkerungsgruppen, die viel Fisch und Meeresfrüchte konsumieren, sind besonsers gefährdet, da sich Methylquecksilber insbesondere in der aquatischen Nahrungskette akkumiliert. Ein weiteres Gesundheitsrisiko entsteht durch das Einatmen von Quecksilberdampf und die Aufnahme über die Haut", so der Mediziner Dr. Thomas Ulmer zum Hintergrund der Gesetzesvorlage. "Das Verbot bezieht sich nur auf das Inverkehrbringen neuer Messinstrumente und gilt daher nicht mehr für Geräte, die bereits in Gebrauch sind. Um eine Quecksilberfreisetzung in die Umwelt so niedrig wie möglich zu halten, sollen alle verbleibenden quecksilberhaltigen Messinstrumente zur beruflichen und industriellen Verwendung, vor allem Blutdruckmessgeräte in der Medizin, allmählich aus dem Verkehr genommen werden", erläuterte der CDU Abgeordnete Ulmer. Die Europaabegordneten forderten die EU-Kommission dazu auf, innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der geänderten Richtlinie die Verfügbarkeit unbedenklicher, technisch und ökonomisch umsetzbarer Alternativen zu prüfen. Eine Ausnahme von dieser Richtlinie soll bei histrorischen Messgeräten, die älter als 50 Jahre sind und bei Barometern gemacht werden. Begründet werden diese Ausnahmen damit, dass die Barometerproduzenten in der EU nur wiederverwertetes Quecksilber verwenden und über sichere Handhabung des Metalls unterrichtet sind. Sie können quecksilberhaltige Erzeugnisse warten und reparieren. "Ein Verbot der Verwednung von Quecksilber in Barometern würde dazu führen, dass keine kaputten Geräte mehr repariert werden und mehr Quecksilber in den Siedlungsmüll gelangt", so der umweltpolitische Sprecher der Landesgruppe Baden-Württemberg im Europäischen Parlament. Zum muss der Handel und die Einfuhr von quecksilberhaltigen Messinstrumente, die älter als 50 Jahre alt sind, als Antiquitäten und Kulturgüter betrachtet werden müssen. "Dieser Handel ist von überschaubarem Ausmaß und scheint keine Gefahr für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darzustellen und sollte daher nicht eingeschränkt werden", so Ulmer, der sich besonders für diese Regelung eingesetzt hat.

© Dr. Thomas Ulmer 2017