Dr. Thomas Ulmer MdEP
  • Schrift vergrößern
  • Schrift vergrößern
  • Standard wiederherstellen
  • Schrift verkleinern
  • Schrift verkleinern

Weltweite Gefahr: Quecksilber

"Quecksilber ist eine weltweite Gefahr. Es kennt keine nationalen und regionalen Grenzen", so der Europaabgeordnete und Mediziner Dr. Thomas Ulmer nach der heutigen Abstimmung in Straßburg. Er betonte zugleich die dringende Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes der EU. Quecksilber und insbesondere dessen hochtoxische Form Methylquecksilber gehören zu den für Mensch, Tier und Umwelt lebensgefährlichsten Stoffen überhaupt, werden aber zugleich in großem Umfang in Europa produziert. Die EU-Kommission beabsichtigt, in diesem Zusammenhang die Einführung eines Ausfuhrverbots für Quecksilber im Jahre 2011. Bereits jetzt müssen allerdings schrittweise Nachfrage und Angebot auf europäischer Ebene verringert werden. Neben der raschen Reduzierung der gefährlichen Emissionen müssen auch sichere Endlagermöglichkeiten, die der ständigen Überwachung bedürfen, gefunden werden: "Insbesondere bei der Lagerung von überschüssigem Quecksilber ist die Anwendung des Verursacherprinzips wichtig", so Ulmer in Straßburg. Unternehmen, die Quecksilber herstellen, sollten sich dementsprechend an den Kosten der Lagerung beteiligen. Die Verbrennung von Kohle mache den größten Anteil der Quecksilberemissionen aus. Deshalb seien verbindliche Grenzwertregelungen sowie der verbindliche Einsatz emissionsmindernder Technologie erforderlich. Weiterhin setze auch der Verbrennungsprozess in Krematorien Quecksilber frei und solle deshalb strikt überwacht und geregelt werden. Selbst Impstoffe enthielten z.T. das gefährliche Schwermetall (Thimerosal) und seien unbedingt zu ersetzen. Gefährlich sei Quecksilber auch in Zahnfüllungen und zwar in Form von Dentalamalgam, aber auch Methylquecksilber in Nahrungsmitteln, insbesondere in Fisch und Meeresfrüchten, stelle eine andauernde Gefahr für den Menschen dar. "Aus diesem Grund schlagen wir eine europaweite Messung des Methyquecksilbergehaltes in Fischen vor. Zudem fordern wir die Kommission auf, bis Ende 2007 einen Vorschlag zur Begrenzung der Verwendung von Quecksilber in Dentalamalgam vorzulegen und sicherzustellen, dass zahnmedizinische Abfälle ordnungsgemäß behandelt werden", so der Mediziner Ulmer. Das Parlament schlägt umfangreiche Aufklärungskampagnen vor, um die Bevölkerung über die Gefahren von Quecksilber zu informieren. "Hierbei sollen empfindliche Bevölkerungsgruppen, wie Kinder und schwangere Frauen besonders berücksichtigt werden und alltagstaugliche Empfehlungen bekommen", so Dr. Thomas Ulmer abschließend.

© Dr. Thomas Ulmer 2017