Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Schwarz oder grün?

 
Vor kurzem stand der neue Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer der Rhein-Neckar-Zeitung Rede und Antwort - hier auszugsweise ein Bericht über das Interview, das die RNZ-Redakteurin Inge Höltzke mit Dr. Ulmer geführt hat: "Dr. Thomas Ulmer, Europaabgeordneter der CDU für die Region, reist in seinem PKW nach Brüssel. Eine arbeitsreiche Woche liegt vor ihm, mit zahlreichen Ausschusssitzungen in Brüssel und einer Plenarsitzung in Straßburg. Auf dem Weg von seiner Heimatstadt Mosbach Richtung Belgien unterbricht er in Heidelberg und mach dort eine Stippvisite in der Rhein-Neckar-Zeitung. Rund 100 Tage ist er seit der konstituierenden Sitzung im Juli im Amt und da heißt es für ihn, seine bisherigen Tätigkeiten als Europaabgeordneter Revue passieren zu lassen. ?Die Arbeit gefällt mir sehr gut", meinte er. Unter anderem auch deshalb, da im Vergleich zur Tätigkeit im Land- und Bundestag die Arbeit mehr sachbezogen sei und die nationalen Parteien eine viel geringere Rolle spielen. Wenn er heute in Brüssel eintrifft, dann will er im Verkehrsministerium der Landesvertretung vorsprechen und das Problem der derzeit nicht befahrbaren Neckartalstrecke zur Sprache bringen. Seit einem Erdrutsch im August ist die S-Bahn-Strecke Mosbach-Heidelberg blockiert. Für die Nutzer des ÖPNV eine Zumutung, klagt Ulmer, zumal sich jetzt ihre Fahrzeit von einer Stunde auf zwei Stunden erhöht hat. Und wann die Strecke wieder befahrbar sei, stehe in den Sternen. Denn ungeklärt sei bisher, wer den Schaden bezahle. Und Ulmer kritisiert: Die Bahn könne hier nicht den Konflikt auf dem Rücken der Kunden austragen. Versteht sich, dass sich Ulmer für die Belange der Bürger in seiner Region einsetzt. Sein ganz besonderes Engagement gilt dem Umwelt-, Volks-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. In den entsprechenden Ausschüssen im Europaparlament ist Ulmer, der von Hause aus Mediziner ist, vertreten. Warum er sich als CDUler ausgerechnet den klassischen Umweltthemen der Grünen zuwendet? "Weil sie wichtig sind für uns alle". Momentan arbeitet er gerade an der Herausgabe von europäischen Arbeitsrichtlinien. Hier haben die Länder bisher große Freiheiten, erklärt der Europaabgeordnete, vor diesem Hintergrund gilt es Mindeststandards festzulegen. Und Ulmer macht dies am Beispiel Lärmschutz in der Industrie fest. Hier habe man sich jetzt darauf geeinigt, dass ab einer gewissen Lautstärke Beschäftigte alle ein bis drei Jahre medizinisch untersucht werden. Außerdem wird festgelegt, ab wie viel Dezibel Lärmschutzmaßnahmen empfohlen beziehungsweise verpflichtend sind. Untersucht wird derzeit auch, welche Verpackungsmaterialien einen Einfluss auf die Lebensmittel haben. Ulmer kommt hier auch auf das Problem der Weichmacher zu sprechen. Geplant ist hier ein Handbuch für Verbraucher herauszugeben. Hauptverantwortung trägt Ulmer als Berichterstatter des Parlaments beim Thema Modernisierung des Sozialschutzes. Ziel ist die Entwicklung einer hochwertigen, zugänglichen und zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung in Europa. Als Obmann der Konservativen kümmert er sich außerdem um die Neustrukturierung der in Bilbao ansässigen Agentur für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Intensiv unterstützt Ulmer die von der Caritas Bruchsal ins Leben gerufene und von EU-Geldern geförderte Initiative "Arbeit statt Stütze". Durch Engagement vieler Ehrenamtlicher werden dort arbeitslose Jugendliche betreut und erfolgreich in neue Jobs vermittelt. "Dieses Modell muss langfristig in der Fläche etabliert werden", so Ulmer. Im Übrigen ist Ulmer auch im Regionalausschuss vertreten. Hier gilt es, europaweit strukturschwache Regionen mit 13 Prozent aus EU-Mitteln zu fördern. Insgesamt gibt es rund 300 Fördertöpfe aus den Kommissionen der EU. Finanziert werden die Fonds aus den Beiträgen der Mitgliedsstaaten, die rund 1 bis 1,17 Prozent ihres Bruttosozialproduktes dafür bereitstellen. Wenn sich Ulmer tagtäglich für die Belange der Menschen im Rahmen seiner EU-Tätigkeit stark macht, dann will er vor allem eines: die Ängste und Sorgen der Bürger ernst nehmen und ein Programm für die Zukunft erarbeiten. Als größte Herausforderung in der Politik sieht er die Frage: "Was bieten wir einer älter werdenden Gesellschaft?" Hier gehe es nicht nur darum, den Bürgern eine sichere Rente zu geben, hier gehe es auch darum, Sinnhaftigkeit zu vermitteln. So könne es nicht angehen, dass ein 60-jähriger etwa nur aus dem Fenster starre. Hier gelte es lebenswerte Perspektiven zu schaffen. "Diese Herausforderung müssen wir annehmen, denn die Menschen warten auf Antworten". Bedauerlich findet Ulmer die Tatsache, dass Deutschland nur geringes Interesse an "Europa" hat. Wenn sich 1000 Kandidaten für Jobs im EU-Parlament bewerben, so kommen lediglich 15 aus Deutschland. Hier gelte es, das Interesse in den Schulen, in den Fächern Gemeinschaftskunde und Geschichte zu fördern. Umler selbst ist jedenfalls hoch motiviert. Denn viele EU-Richtlinien bestimmen schon heute unseren Alltag. Bei aller Liebe zu Europa schlägt sein Herz natürlich auch nach wie vor für seine Heimat, den Neckar-Odenwald-Kreis und hier insbesondere für seinen Heimatort Mosbach. Dort ist er bis heute Stadt- und Kreisrat sowie der Präsident der Spielervereinigung Neckarelz.
© Dr. Thomas Ulmer 2017