Dr. Thomas Ulmer MdEP
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Energetik und Verpackung

 
Im Vorfeld der Diskussion um die zweite Novelle der Verpackungsrichtlinie, die Anfang November 2004 im Umwelt- und Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlamentes stattfindet, stellt der Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer kritische Grundsatzfragen: "Warum hat die stoffliche Verwertung unter allen Umständen Vorrang?", "Warum lässt man die Mitgliedsstaaten nicht ihren eigenen Weg finden?". Hintergrund der zweiten Novelle sind die Übergangsfristen, welche den zehn neuen Beitrittsländer eingeräumt werden sollen, bis sie den von der EU vorgeschriebenen prozentigen Anteil an der stofflichen Wiederverwertung erreichen müssen. In diesem Zusammenhang fiel Ulmer auf, dass beispielsweise Estland ein Verwertungskonzept verfolgt, das weit über die EU- Ziele hinausgeht. Allerdings setzt man hier auf die sogenannte ?energetische Verwertung? d.h. man verbrennt den Müll und gewinnt dadurch Energie. "Dieses Konzept wird z.B. im Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel in Mannheim ebenfalls erfolgreich angewandt", so Ulmer. Er sehe nicht, warum man ein solches Mitgliedsland dazu zwingen solle, Millionen von Euro in ein anderes System zu investieren. Außerdem weise er darauf hin, wie lange Deutschland gebraucht habe, bis das Duale System zum ersten Mal schwarze Zahlen geschrieben habe. Ulmer fordert daher die Verantwortlichen auf, über die Vorzüge einer überwiegend energetischen Verwertung in Europa nachzudenken. "Wenn nämlich die Stoffe mit den meist besten Brennwerten nicht der stofflichen Wiederverwertung zugeführt würden, sondern im Brennmaterial verblieben, wäre noch ein weitaus besserer Wirkungsgrad der entsprechenden Kraftwerke zu erzielen", so der Abgeordnete abschließend.
© Dr. Thomas Ulmer 2017