Lange Kontonummern erst ab 2016 verbindlich
Dr. Thomas Ulmer MdEP informiert aus Brüssel / Verbraucher noch nicht an IBAN und BIC gewöhnt / Längere Übergangsfrist gefordert

Um den Zahlungsverkehr in der Europäischen Union zu vereinheitlichen, wurde Anfang 2008 der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum Sepa (Single European Payment Area) gegründet. In diesem Zahlungsraum sollen für Bankkunden keine Unterschiede zwischen nationaler und grenzüberschreitender Überweisung mehr bestehen. Sepa soll somit Geldtransfers europaweit so einfach machen wie innerhalb eines Landes. Der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum besteht aus 32 Staaten, dazu zählen alle 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, sowie die Schweiz, Monaco, Island, Liechtenstein und Norwegen.
Wie diese Woche aus EU-Kreisen bekannt wurde, erhalten die Bankkunden in Deutschland voraussichtlich mehr Zeit, sich an die neue 22-stellige Kontonummer IBAN und an die internationale Bankleitzahl BIC zu gewöhnen. Ursprünglich sollten bei Überweisungen ab 1. Februar 2013 IBAN und BIC Pflicht sein. Jetzt wird die Umstellung vermutlich auf 1. August 2016 verschoben.
"Ich bin froh, dass es eine längere Übergangsfrist geben wird. Kein Mensch kann sich diese langen Kontonummern merken. Daran muss man sich erst gewöhnen, bevor alles reibungslos verlaufen kann", kommentiert der Europaabgeordnete Dr. Thomas Ulmer (CDU). Nach diesem Übergangszeitraum könne dann die angestrebte Harmonisierung auf EU-Ebene erreicht werden. "Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) können damit jährlich 18 Mrd. Euro eingespart werden", erklärt Ulmer. "Das ist ein nicht unerheblicher Betrag."
